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Bluesalben für Einsteiger: 10 Platten vom Mississippi-Delta bis zum Comeback der Neunziger

Wer mit dem Blues anfangen will, steht vor einem Berg aus Namen, Singles und Sammlungen. Dabei reichen zehn Platten, um den Weg einmal abzugehen.

Die zehn Bluesalben dieser Liste stehen alle im Plattenregal, und zusammen erzählen sie eine Geschichte: vom Mann mit Gitarre im Hotelzimmer über die elektrischen Bands aus Chicago und die jungen Londoner, die ihnen nacheiferten, bis zu den Comebacks um 1990. Jede Platte lässt sich am Stück hören, die meisten in weniger als vierzig Minuten.

  • Albenzehn
  • Zeitraum1936 bis 1991
  • StationenDelta, Chicago, London, Texas
  • Am bestender Reihe nach

Steckbrief

Thema
Bluesalben für Einsteiger
Epoche
Aufnahmen von 1936 bis 1991
Laufzeit
31 bis 54 Minuten
Auf Band
auf Wunsch jedes davon

„Es hat lange gedauert, bis mir klar wurde, dass er das alles ganz allein spielte.“

Keith Richards über Robert Johnson

In diesem Artikel

  1. 01Ein roter Faden durch den Blues
  2. 02Zehn Bluesalben zum Anfangen
  3. 03Wie man sich den Blues erschließt
  4. 04Häufig gefragt

01Ein roter Faden durch den Blues

Eine Tonbandmaschine auf einer Veranda, daneben ein leerer Schaukelstuhl mit angelehnter Gitarre und ein Wegweiser mit den Schildern Delta, Chicago, London und Texas.
Vom Delta bis London, zehn Platten weit.

Diese Liste ist keine Rangfolge, sondern ein Weg. Sie beginnt mit Robert Johnson, dessen Aufnahmen aus den Dreißigerjahren stammen, auch wenn die Platte erst 1961 erschien. Dann geht es nach Chicago zu Muddy Waters, Howlin’ Wolf und B.B. King, wo der Blues elektrisch und laut wird. Mitte der Sechziger greifen junge Musiker in London die Platten aus Chicago auf, während Albert King in Memphis Blues und Soul zusammenbringt.

Der zweite Teil springt in die Achtziger und Neunziger: Stevie Ray Vaughan holt den Blues zurück ins Radio, John Lee Hooker und Buddy Guy feiern späte Comebacks, und der Hardrock-Gitarrist Gary Moore kehrt zu dem Blues zurück, den er als Jugendlicher in Belfast gelernt hatte. Viele Songs tauchen dabei mehrfach auf, in Originalen und Neufassungen. Wer der Reihe nach hört, erkennt sie wieder.

02Zehn Bluesalben zum Anfangen

  1. 1. King of the Delta Blues Singers (Robert Johnson, 1961)

    Der Anfang, auch wenn die Platte erst 1961 erschien: sechzehn Stücke, die Robert Johnson 1936 in einem Hotelzimmer in San Antonio und 1937 in Dallas aufnahm, nur Gitarre und Stimme. Keith Richards fragte beim ersten Hören, wer der andere Gitarrist sei. Die Aufnahmen sind alt und verrauscht und verlangen Aufmerksamkeit, aber nach zwei, drei Stücken stellen sich die Ohren um. Keines dauert länger als drei Minuten, und am Ende steht „Hellhound on My Trail“.

  2. 2. At Newport 1960 (Muddy Waters, 1960)

    Vom Delta nach Chicago, und von der Gitarre allein zur elektrischen Band. Das Newport-Festival war nach Krawallen abgebrochen worden, nur das Programm des Sonntags durfte noch stattfinden, und Muddy Waters brachte am 3. Juli 1960 ein Jazzpublikum zum Tanzen. „Got My Mojo Working“ spielt die Band gleich zweimal hintereinander. Rund 34 Minuten, ein ganzes Konzert bis zum Abschiedslied.

  3. 3. Howlin’ Wolf (Howlin’ Wolf, 1962)

    Die Platte mit dem leeren Schaukelstuhl auf dem Cover: zwölf Single-Seiten, die Chess zwischen 1957 und 1961 veröffentlicht hatte, neun davon geschrieben von Willie Dixon, fast alle Gitarrenlinien von Hubert Sumlin. Aus „The Red Rooster“ machten die Rolling Stones „Little Red Rooster“, „Spoonful“ spielten Cream live später fast siebzehn Minuten lang. Rund 31 Minuten, ein guter Einstieg in einen Bluesabend, weil man hier hört, woher die Coverversionen kommen.

  4. 4. Live at the Regal (B.B. King, 1965)

    Chicago, 21. November 1964, ein Theater mit dreitausend Plätzen, und niemand im Saal weiß, dass mitgeschnitten wird. B.B. King holt jede Reaktion des Publikums in seine Musik zurück; Gitarristen wie Eric Clapton und Mark Knopfler hören diese Platte vor ihren eigenen Konzerten. Gut eine halbe Stunde, zwei Seiten, jede mit eigenem Einstieg: fast ein Konzertbesuch im Kleinformat, am schönsten zu mehreren.

  5. 5. Blues Breakers with Eric Clapton (John Mayall & the Bluesbreakers, 1966)

    Der Blues kommt in London an und wird lauter. Die Bluesbreakers spielten Chicago-Blues von Otis Rush, Freddie King und Little Walter, und Eric Clapton sang hier „Ramblin’ on My Mind“ von Robert Johnson, seine erste Leadstimme auf Platte. Kurz nach den Aufnahmen verließ er die Band und gründete mit Jack Bruce und Ginger Baker Cream. Rund 37 Minuten; wer die Platte neben die Originale legt, hört, was aus dem Chicago-Blues wurde.

  6. 6. Born Under a Bad Sign (Albert King, 1967)

    Albert King war Linkshänder und drehte eine gewöhnliche Gitarre einfach um; so konnte er mehrere Saiten gleichzeitig weit dehnen. Hinter ihm spielten Booker T. & the M.G.’s und die Memphis Horns, und Großstadt-Blues traf auf Southern Soul. Rund 34 Minuten: Die erste Seite treibt, die zweite wird langsam und tief, und nach dem Umdrehen hört eine Runde fast von selbst genauer hin.

  7. 7. Texas Flood (Stevie Ray Vaughan and Double Trouble, 1983)

    Mitten in der Zeit der Synthesizer und Drumcomputer brachte ein Trio aus Texas den Blues zurück ins Radio; „Pride and Joy“ lief sogar auf MTV. Die Aufnahmen landeten bei John Hammond, demselben Talentsucher, der 1938 Robert Johnson für ein Konzert in der Carnegie Hall gesucht hatte, und auf der Platte spielt die Band „Tell Me“ von Howlin’ Wolf. Rund 38 Minuten, gespielt wie von einer Band, die sich beim Spielen ansieht.

  8. 8. The Healer (John Lee Hooker, 1989)

    Mit über siebzig holte sich John Lee Hooker Carlos Santana, Bonnie Raitt, Robert Cray und Los Lobos ins Studio. Den Titelsong mit Santana nahm er nur einmal auf, er sah keinen Grund für einen zweiten Versuch; für „I’m in the Mood“ bekam er gut vierzig Jahre nach seiner ersten Single seinen ersten Grammy. Die erste Seite ist ein Fest mit Gästen, die zweite nimmt Schritt für Schritt alles weg, bis nur noch Hooker übrig ist.

  9. 9. Still Got the Blues (Gary Moore, 1990)

    Ein Hardrock-Gitarrist spielt nach Konzerten allein in der Garderobe Blues, und sein Bassist sagt: Mach daraus eine Platte. Für „Oh Pretty Woman“ kam Albert King selbst nach London, „All Your Love“ hatte Clapton schon 1966 auf Blues Breakers gespielt. Laut, zugänglich und mit Bläsern und Streichern: gut für eine Runde, in der nicht alle Blues-Kenner sind.

  10. 10. Damn Right, I’ve Got the Blues (Buddy Guy, 1991)

    Das Comeback, mit dem die Liste endet: Buddy Guy war 54 und hatte in den USA keinen Plattenvertrag mehr, als er in London mit Eric Clapton, Jeff Beck und Mark Knopfler aufnahm. Das Album brachte ihm seinen ersten Grammy. Rund 54 Minuten, und am Schluss steht „Rememberin’ Stevie“, fast sieben Minuten Gitarre ohne Gesang, ein Abschied von Stevie Ray Vaughan, mit dem sich der Kreis zu Platz sieben schließt.

03Wie man sich den Blues erschließt

Am besten langsam: eine Platte pro Abend, von der ersten bis zur letzten Minute, und danach ein Gespräch darüber, welche Riffs und Zeilen man schon kannte, ohne zu wissen, woher. Wer gleich mit einer Runde hören möchte, fängt mit einer der Liveplatten an, „At Newport 1960“ oder „Live at the Regal“: Dort ist das Publikum immer mit im Raum.

Mehr Listen aus dem Plattenregal: Schnell aufgenommen: 10 Alben aus wenigen Tagen (darunter „Blues Breakers“ und „Texas Flood“) und Debütalben: 10 erste Platten, die sofort alles wollten. Alle Bluesalben finden Sie im Plattenregal, mit Filter nach Genre.

Auf Band

Ein Bluesabend bei Ihnen zu Hause

Blues vom Tonband klingt so, wie diese Platten gedacht waren: warm, direkt und laut genug. Das kann eine dieser zehn sein. Bei einem Hörabend wählen Sie das Album, ich überspiele es auf Band und bringe die Bandmaschine zu Ihnen: zu zweit, zu viert oder für eine größere Runde. Wie so ein Abend abläuft, steht auf der Seite Listening Session.

04Häufig gefragt

Mit welchem Bluesalbum sollte man anfangen?

Wer den Blues in der Runde entdecken möchte, beginnt gut mit einer Liveplatte wie „Live at the Regal“ von B.B. King oder „At Newport 1960“ von Muddy Waters. Wer den Ursprung hören möchte, fängt mit „King of the Delta Blues Singers“ von Robert Johnson an.

Was ist der Unterschied zwischen Delta-Blues und Chicago-Blues?

Delta-Blues wie bei Robert Johnson ist meist ein Mann mit akustischer Gitarre und Stimme. Im Chicago-Blues von Muddy Waters oder Howlin’ Wolf spielt eine elektrische Band mit Gitarre, Klavier, Mundharmonika, Bass und Schlagzeug.

Welche Bluesalben eignen sich für einen Hörabend?

Alle zehn dieser Liste, weil sie sich am Stück hören lassen. Besonders gut in der Gruppe funktionieren die Livealben und „Still Got the Blues“ von Gary Moore, das auch Menschen erreicht, die sonst wenig Blues hören.

Kann ich eines dieser Alben bei einem Hörabend hören?

Ja. Sie wählen das Album, ich überspiele es auf Band und bringe die Anlage zu Ihnen.

Einen Bluesabend vom Tonband hören

Eines dieser zehn Bluesalben, oder jedes andere, auf Band und bei Ihnen zu Hause. Zu zweit, zu viert oder mit Freunden. Auch als Gutschein.

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Alle Alben mit ihren Geschichten, sortiert nach Jahrzehnt, Genre und Form. Zum Plattenregal →

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